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Verband der Freien Lektorinnen
und Lektoren e. V.


 

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Zehn Jahre VFLL – Aufbruch in die zweite Dekade

Viel Zeit zum Feiern werden wir nicht haben – freuen können wir uns trotzdem! Die erste Dekade VFLL liegt hinter uns, der Verband ist groß geworden, hat an Profil gewonnen und sich einen Namen gemacht. Er ist heute Netzwerk und Interessenvertretung der Freien im Lektorat, Partner und Ansprechpartner der Medienbranche, Kooperationspartner der Akademie des Deutschen Buchhandels sowie des mediacampus frankfurt/die schulen des deutschen buchhandels, Ansprechpartner politischer Institutionen und Organisationen; er ist Mitglied in der Deutschen Literaturkonferenz, der Sektion Wort des Deutschen Kulturrats, sowie im BFB, dem Bundesverband der Freien Berufe. Diese Aufzählung skizziert nicht nur das breite Spektrum seiner Aktivitäten, sondern auch den Weg, den der VFLL in den letzten zehn Jahren gegangen ist. Meilensteine auf diesem Weg waren darüber hinaus seine Mitarbeit in der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung (2000–2004) sowie seine Berufung in den Beirat der KSK, in dem er seit 2000 kontinuierlich mitarbeitet.

Doch nicht nur der VFLL hat sich entwickelt, auch das Umfeld, in dem er situiert ist, die Medienbranche, sieht heute anders aus als noch vor zehn Jahren. Digitalisierung, virtuelle Bibliotheken, E-Book, crossover publishing, Multimedia-Nutzung – der Text, der Gegenstand unserer Arbeit, will, muss heute, morgen, übermorgen anders aufbereitet, bearbeitet, formvollendet werden. Dieser Umbruch in der Branche stellt auch das Freie Lektorat und mit ihm den Verband vor neue Perspektiven, die es zu beleuchten und auszuloten gilt, aus denen sich, hier wie dort, neue – zusätzliche – Herausforderungen ergeben. Themen, Fragen, die uns seit Beginn unserer Verbandsarbeit bewegen, erhalten nun eine neue – zusätzliche – Dimension, etwa das Thema „Berufsbild Freies Lektorat“ oder die Frage der rechtlichen und steuerrechtlichen Bewertung des Freien Lektorats.

Nicht allein von freien Lektorinnen und Lektoren, auch vom VFLL ist somit ein zunehmend breiteres Wissen und gleichzeitig zunehmend mehr Spezialwissen gefordert. Will er seinen Aufgaben als Berufsverband in einer zunehmend komplexeren Medienwelt gerecht werden, muss er die möglichen Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Arbeitsinhalte, die Arbeitsweise, die technologischen Anforderungen und beruflichen Kompetenzen der Freien im Lektorat in den Blick nehmen und bei seiner Arbeit – zum Beispiel im Bereich Fortbildung, Kooperationen, Qualitätssicherung, Honorargestaltung – berücksichtigen. Wichtiger denn je wird es für ihn werden, seine Kontakte und Kooperationen in der Branche, seine Mitgliedschaft und Mitarbeit im Deutschen Kulturrat und im BFB zu nutzen und in der sich in rasantem Tempo wandelnden (Medien-)Welt die Freien im Lektorat als kompetente und verantwortungsbewusste Dienstleister zu positionieren.

Blicken wir heute zurück in die Gründerzeit des VFLL und auf die Entwicklung, die er genommen hat, so stellen wir fest: Das hatten wir so nicht vorausgesehen und schon gar nicht, sozusagen strategisch, vorausgeplant. Dass der Verband heute da steht, wo er steht, beweist, dass er Schritt gehalten hat mit der Entwicklung und den sich daraus ergebenden Anforderungen der Medienbranche. Möglich war ihm dies in erster Linie aufgrund des sehr breit gefächerten Wissenspools seiner Mitglieder, den das vorliegende achte Verzeichnis mit inzwischen über 600 Einträgen freier Lektorinnen und Lektoren im VFLL erneut auf beeindruckende Weise dokumentiert. Hiervon profitieren alle: die „virtuelle Bürogemeinschaft“ der freien Lektorinnen und Lektoren im VFLL, deren Geschäftspartner und der Verband selbst, der hieraus immer wieder neue und wertvolle Impulse für seine Arbeit erhält. Und genau dies ist eine der Stärken des VFLL, nämlich: den kollegialen Austausch zu pflegen und auf dieser Basis die partnerschaftliche Zusammenarbeit, den partnerschaftlichen Dialog mit und in der Branche anzubieten und zu vertiefen.

Um dies auch weiterhin zu gewährleisten, müssen wir das vorhandene Potenzial an Wissen, Kompetenzen und Erfahrungen, aber auch an Offenheit, an „Wissensdrang“ gegenüber neuen Medien und Medientechnologien so effizient wie möglich nutzen, und zwar gleichermaßen im wie für den Verband. Kommunikationswege und Diskussionsprozesse müssen optimiert, Zuständigkeiten neu definiert und zugeordnet werden. Auch der Verband befindet sich im Umbruch. Diesen mit Blick auf die heutigen Gegebenheiten und zukünftigen Herausforderungen zu gestalten, wird den erfolgreichen Aufbruch in die zweite Dekade VFLL garantieren.
Text: Carla Meyer, 1. Vorsitzende des VFLL



Von Tontafeln über Schriftrollen zum Tafel-PC – E-Books verändern die Lesetechnologie

Hinter dem arabischen Sprichwort „Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt“ steckt wahrlich nicht die Vorstellung von einem elektronischen Buch oder E-Book, wie es in heutiger Medienlandschaft kursiert. Vielleicht dachten die Schöpfer dieses Gedankens an frühe mesopotamische Schrifttafeln aus Tonplatten von ungefähr acht Zentimeter Breite, die man bequem in der Hand halten konnte. Vielleicht hatten sie aber auch mit einem Ledereinband zusammengehaltene Tontafelbücher im Sinn. Bequem in einer Ledertasche verstaut holten sie ihre Tontäfelchen heraus und verloren sich in der Gedankenwelt von Schriftzeichen und Symbolen. Ab dem vierten Jahrhundert n. Chr. nutzten die Schreiber in Europa Pergamentrollen für ihre Schriften, bis achthundert Jahre später in Italien das erste Papier geschöpft und wiederum Jahrhunderte später bedruckt wurde. Die weitere Entwicklung der Schriftkultur bleibt eine Buchkultur, die unser haptisches Vergnügen nach griffigem Papier, künstlerisch gestaltetem Bucheinband und lesefreundlich gesetzten Typografien zufriedenstellte.

Erst seit wenigen Jahrzehnten müssen sich unsere Augen auf digitalisierte Schriftzeichen umstellen und daran gewöhnen, per „multiple content media“ die unterschiedlichsten Medienformate wie Text, Bild, Audio, Film und Animation oft gleichzeitig wahrzunehmen. Informationen aus den verschiedensten Kommunikationskanälen fließen zusammen. Mit und in diesen Medienwelten gewachsene Augen, Ohren und Sinne, sprich: den jüngeren Menschen unter uns, ist das alles vertraut. Elektronische Bücher werden zur Selbstverständlichkeit, eine digitale Lesekultur hat begonnen. Das E-Book, die digitale Version eines Buches, feiert Urstände. Als Informationsträger für digitalisierte Texte und Bilder werden tragbare, handliche Lesegeräte in der Größe eines Taschenbuchs angeboten. Einige Kulturbeflissene befürchten dadurch das Ende der Buchkultur. Im Grunde wandelt sie sich nur und ist immer noch eine Schriftkultur. Auch ein E-Book oder das Internet wird mit Text gefüllt. „Das Netz ist durchaus ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Schriftlichkeit.“ (Matthias Bickenbach, zeit online, 07.01.2010)

Was hat das alles mit uns, den Lektorinnen und Lektoren, zu tun? Sind wir nicht Textveredeler, die den Inhalten, den Botschaften der Autoren Geltung verschaffen und sie zur Reife bringen sollen? Was schert uns das Drumherum? [mehr]
Text: Katharina Mieskes



Bildungsprämie – erst beraten, dann vom Staat fördern lassen

Seit Anfang des Jahres können auch selbstständig Tätige und Freiberuflerinnen die Bildungsprämie, also Geld vom Staat für Weiterbildungsmaßnahmen, in Anspruch nehmen. „Die Bildungsprämie fördert grundsätzlich Weiterbildungsmaßnahmen, die für die Ausübung der aktuellen oder zukünftigen beruflichen Tätigkeit relevant sind, die wichtige Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln und Kompetenzen erweitern. Dies reicht vom Lehrgang für ein PC-Programm über Kompakt-Sprachkurse bis hin zu fachspezifischen Fortbildungen, wie etwa einem Grundlagenkurs für Existenzgründer“, informiert das Bildungsministerium.

Jede/-r Erwerbstätige, deren/dessen zu versteuerndes Einkommen 25.600 Euro (51.200 Euro bei gemeinsam Veranlagten) im Jahr nicht überschreitet, kann sich nach einer entsprechenden Beratung in einer Beratungsstelle vor Ort den Prämiengutschein sichern, denn selbstverständlich werden vorab die Förderkriterien individuell geprüft. Und erst dann gilt: „Sie finden/suchen einen Kurs, einen Lehrgang oder ein Seminar, bei dem Sie etwas Neues für Ihren Beruf lernen. Sie bekommen die Hälfte (bis zu 500 Euro) der Gebühr vom Staat dazu. Geschenkt.“ Über Beratungsstellen, besondere Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme der Bildungsprämie und Förderbedingungen informiert die Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie die folgende kostenlose Telefon-Hotline 08 00.2 62 30 00.