Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL)

 

Wissenschaftslektorat

Wissenschaftslektoren erhalten ihre Aufträge entweder von entsprechend spezialisierten Verlagen oder von Privatpersonen. Zur letztgenannten Gruppe gehören neben professionellen Forschern auch Examenskandidaten.

Der Verpflichtung zur wissenschaftlichen Wahrheit unterliegen auch Lektoren. Das Spannungsfeld ist besonders groß im Umgang mit Diplom-, Master- und Doktorarbeiten: Welche Eingriffe oder Korrekturen sind hier rechtlich und im Sinne guter wissenschaftlicher Praxis erlaubt? An dieser Stelle möchten wir betonen, dass der VFLL das Gewähren illegaler Hilfen, insbesondere bei Examensarbeiten, ablehnt.

Das Wissenschaftslektorat ist noch stärker als andere Lektoratsbereiche ein schwieriges berufliches Umfeld. Ein schwerwiegendes Problem ist, dass die Künstlersozialkasse sich weigert, Lektoren zu versichern, die sich auf den Bereich Examensarbeiten spezialisiert haben. Auch handelt es sich zum Beispiel bei Studierenden um eine oft wenig zahlungskräftige oder -willige Klientel, die noch dazu Bruttopreise vergleicht. Dies setzt hauptberufliche Lektoren in Nachteil gegenüber Nebenbei-Korrekturlesern. Ferner lässt sich in diesem Bereich praktisch keine Stammkundschaft aufbauen.

Auch bei Verlagsaufträgen besteht teils das Problem, dass Honorare der in der Regel hohen Qualifikation der Lektoren nicht angemessen sind.

 

Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob hier von einer echten beruflichen Möglichkeit gesprochen werden kann.