Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL)

 

Bleiwüste

Diese Metapher stammt aus der Schriftsetzersprache der Bleisatzzeit. Es mag heute überraschen – aber noch bis in die 1970er-Jahre wurden Zeitungen, Zeitschriften und Bücher vorwiegend im Bleisatzverfahren gesetzt. Aus Blei gegossene Schriftzeichen, die Lettern, wurden dabei Zeile für Zeile zusammengefügt. Für unbedruckte Flächen, für Wortzwischenräume und Zeilenabstände verwendete man Blindmaterial ohne Schriftzeichen. Wurde, um möglichst viel Text unterzubringen, die Schrift zu klein und der Zeilenabstand zu gering gewählt, entstand besagte Bleiwüste. Noch immer sind damit textschwere Seiten mit zu wenig „Luft“ gemeint – auch wenn Lettern aus Blei heute nur noch für kunsthandwerkliche Drucke eingesetzt werden.

Maria Bley, www.redaktion-bley.de

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