Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL)

 

Fremdwörter

Wenn es was Neues in der Welt gibt, braucht dieses Neue auch einen Namen. Da haben zwei schlaue Köpfe die Suchmaschine Google erfunden. Nun waren diese schlauen Köpfe keine Deutschen, sondern US-Amerikaner. Aber auch wir Deutschen suchen eifrig im Internet – und klar, wir wollen auch drüber sprechen. Und schon haben wir den Salat, äh …, das fremde Wort.

Aber was macht eigentlich das Fremdwort so fremd? Klarer Fall: Das neue Verb wird anders geschrieben und anders ausgesprochen, als wir das in unserer Muttersprache Deutsch gewohnt sind. So ein Doppel-o, das sich wie „u“ spricht. Und wir sind ganz irritiert: Wie sollen wir es konjugieren? Googlen oder googeln wir? Und habe ich gestern zum Thema „Fremdwort“ gegoogled, gegooglet oder gegoogelt? Wir könnten auch sagen: Im Moment ist googlen/googeln bei uns zu Gast (ein Gastwort!). Aber es sieht ganz danach aus, als würde es bleiben. Denn auch der Duden hat es bereits aufgenommen – auch wenn es dort noch auf der „Liste der rechtschreiblich schwierigen Wörter“ ausharren muss. Es fühlt sich eigentlich ganz wohl bei uns und wir lieben es.

Noch ein bisschen Sucherei und niemand stört sich mehr am fremden Wort, weil es gar nicht mehr fremd wirkt, wir uns an die Lautung gewöhnt und auf eine Schreibweise festgelegt haben, und zwar auf eine ganz deutsche, wie auch der Duden sie bereits vorschlägt. Jawohl, das habe ich gerade gegoogelt!

Nadja Prinz, Profil im Lektorenverzeichnis

PS: Ich hoffe, diese kleine Abhandlung wird von allen geliket.